Lebenslauf

 

 

Akademische Ausbildung

 

1969 – 1975     Studium der Physik, RWTH Aachen

 

10. 10. 1975      Diplom Hauptprüfung,

Diplomarbeit "Röntgenographische Eigenspannungsmessungen an texturierten Kohlenstoffstählen"

 

10. 07. 1981      Promotion zum Dr. rer. nat. an der RWTH Aachen, Dissertation "Transporteigenschaften amorpher Spingläser bei tiefen Temperaturen"
(Prof. Dr. E. F. Wassermann, Prof. Dr. W. Sander)

 

23. 01. 1991      Habilitation an der Ruhr-Universität Bochum, Habilitationsschrift "Nicht-Gleichgewichtserstarrung unterkühlter Metallschmelzen"
(Gutachter: Prof. Dr. B. Feuerbacher, Prof. Dr. W. Kurz, Prof. Dr. K. Urban, Prof. Dr. H. Zabel)

Vortrag: Magnetische Flüssigkeiten

 

03. 05. 1991      Antrittsvorlesung „Dendritisches Wachstum“, Erlangung der Lehrbefugnis (venia legendi) an der Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum, Experimentalphysik

 

 

Berufliche Laufbahn

 

1976             Wissenschaftlicher Angestellter am II. Physikalischen Institut der RWTH Aachen, Lehrstuhl B

 

1977 – 1983      Wissenschaftlicher Assistent an der Universität – GH – Duisburg, Laboratorium für Tieftemperaturphysik

 

1983 – 2014      Wissenschaftlicher Angestellter und Gruppenleiter im Institut für Materialphysik im Weltraum (vormals Institut für Raumsimulation), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt Köln

 

03. 05. 1991      Privat-Dozent in Experimentalphysik, Ruhr-Universität Bochum

 

30. 01. 1998      Außerplanmäßiger Professor in Physik, Ruhr-Universität Bochum

 

06. 12. 2001      Universitätsprofessor in Physik an der Ruhr-Universität Bochum

 

seit 2014         Professor Emeritus

 

 

Auszeichnungen

 

27. 11. 1986      ERICH TREFFTZ Preis der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR)

 

1988, 1996       Forschungssemester, verrliehen durch Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

 

14. 11. 1990      Seniorwissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

 

03. 10. 1996      Consultant Professor of Physics” der Northwestern Polytechnical University Xi’an, V.R. China

 

25. 09. 2000      ”Shaanxi Friendship” Award, Xi’an, V.R. China

 

30. 09. 2000      ”Chinese National Friendship Award”, Peking, V.R. China

 

01. 11. 2001      ”Honorary Professor of Yanshan University”, Qinhuangdao, V.R. China

 

18. 08. 2005      ”Consultant Professor of Physics”, Northeastern University Shenyang, V.R. China

 

15. 10. 2007      ”Lee Hsun Lecture Award”, Chinese Academy of Sciences, Shenyang, V.R. China

 

12. 08. 2015      Certification of Excellence of Reviewing, Acta Materialia

 

01. 09. 2017      RQ Fellowship Award, International Conferences of Rapidly Quenched & Metastable Materials (RQ)

 

Laudatiio by Alain Lindsay Greer

 


Dieter Herlach began his research at RWTH Aachen, working with Wassermann and von Löhneysen on metallic glasses and amorphous spin glasses. His first journal paper (1981) was on ‘Phonon scattering by electrons and low-energy excitations in a metallic glass’ [Solid State Commun. 39 (1981) 591], and an early paper ‘The evaluation of hyperfine field distributions in overlapping and asymmetric Mössbauer spectra: a study of the amorphous alloy Pd77.5–xCu6Si16.5Fex’ [J. Phys. F 13 (1983) 675] is now very well cited (205 cites). His work on containerless solidification started when he moved to the DLR (then the DFVLR) near Cologne. The key first paper ‘Containerless undercooling of bulk Fe-Ni melts’ [Appl. Phys. Lett. 49 (1986) 1339] now has 72 citations. This work was at first largely based on electromagnetic levitation (EML). Dieter is prominent in developing this and other methods to achieve containerless undercooling and solidification. Dieter’s work has also greatly advanced our understanding of the properties of liquids, particularly undercooled liquids: enthalpy, specific heat, surface tension, viscosity, liquid-liquid phase separation, short-range ordering.
Dieter’s publication record is excellent. Looking at the Web of Science on today’s date, he has 291 papers, attracting some 350 citations per year, and with a Hirsch index of 44. His most cited publication is his review ‘Nonequilibrium solidification of undercooled metallic melts’ [Mater. Sci. Eng. R 12 (1994) 177] (375 cites).
Dieter has consistently been a leader in his field in particular he has, as sole author or as the leader of co-authors, been responsible for several key review articles that have served to define the field and identify key issues for future research. Throughout his carrier he has led many prominent research collaborations, ranging from an early EU Brite-Euram project to DFG Schwerpunkt programmes. His efforts have been very influential, for example in attracting support for comparative studies of metallic and colloidal systems. Most importantly he is the eminent person in the field of containerless processing and solidification – thereby setting priorities for future research funding. Additionally he has chaired European Space Agency, and other, committees and working groups.

 

25. 09. 2018     Ehrenmitgliedschaft, Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM)

 

Laudatio: Markus Rettenmayr

 

Prof. Dr. Dieter Herlach studierte Physik an der RWTH Aachen. Bereits die Zeit seines Studiums zeigte die Breite seines Interesses. Er beschäftigte sich in Diplom- und Doktorarbeit einerseits mit anwendungsnahen Themen, die (zumindest) zu dieser Zeit für „reine“ Naturwissenschaftler nicht komplett beherrschbar erschienen, und zwar mit inneren Spannungen in Kohlenstoffstählen. Andererseits arbeitete er zum Thema Spin-Gläser bei tiefen Temperaturen an grundlegenden Fragen zur Struktur der Materie. Nach einer Zwischenstation in Duisburg ging er mit 34 Jahren ans DLR Köln (damals Institut für Raumsimulation, heute Institut für Materialphysik im Weltraum), wo er seine wissenschaftliche Heimat fand. Zusätzlich entwickelte er seine akademische Karriere als Professor an der Ruhr-Universität Bochum.

Das heutige, weit entwickelte Verständnis von flüssigen Metallen, insbesondere von unterkühlten Schmelzen, ist ohne seine erheblichen Beiträge kaum denkbar. Ebenso bedeutend sind seine Beiträge zur (raschen) Erstarrung aus diesen Schmelzen. Eine herausragende wissenschaftliche Reputation baute er sich so rasch auf. Dies führte zu Forschungsaufenthalten an den renommiertesten Institutionen (Imperial College, Cambridge, Harvard), aber auch zu bedeutenden Auszeichnungen. Zur Illustration: In jüngerer Zeit wurde Dieter Herlach mit dem ”Rapid Quenching Fellowship Award”-ausgezeichnet, was ihn in eine Reihe mit David Turnbull und Robert Cahn stellt.

Mit seinem Gespür für Zukunftsthemen begann er mehrere besonders langfristige Projekte mit nationalen und internationalen Partnern. Er baute elektromagnetische und später auch elektrostatische Levitatoren auf, in denen man Tropfen aus metallischen Legierungen in der Schwebe halten und unterkühlen kann. Mit der von ihm betriebenen Entwicklung dieser Geräte bis zu einer bemerkenswerten wissenschaftlichen Produktivität wurde er international bekannt, zahlreiche Nachbauten sind in der Welt verteilt. Und (man verzeihe die Anspielung auf einen bekannten Filmtitel: „Die Welt ist nicht genug“), ein elektromagnetischer Levitator ist heute auf der Internationalen Raumstation ISS installiert, er stellt dort den wichtigsten deutschen Beitrag mit insgesamt 11 internationalen Forschergruppen aus Frankreich, England, Spanien, Kanada, Niederlande, USA, u.a., dar. Auch hier spannt er den Bogen von der Grundlage zur industriellen Anwendung, einige der auf der ISS untersuchten Legierungen sind direkt praxisrelevant, das Interesse der Industrie drückt sich in direkter finanzieller Unterstützung verschiedener Projekte aus.

Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass er eine ausladende Zahl an Veröffentlichungen vorzuweisen hat, ebenso beeindruckend ist die Zahl seiner eingeladenen Vorträge. Er bereist nach wie vor die ganze Welt, um die Erkenntnisse zu erreichbaren Unterkühlungen sowie Keimbildung und Wachstum aus der Schmelze bekannt zu machen und zu vertiefen. Mehr als 30 Doktoranden haben zu seinen Arbeiten beigetragen, daneben betreute er eine ungewöhnlich hohe Zahl an Humboldt-Stipendiaten, deren größerer Teil im Anschluss selbst eine beachtliche Karriere verfolgen konnte.

Dieter Herlach ist ein Netzwerker, der sich in verschiedenen Kreisen bewegt, nicht zuletzt in der DGM. Über lange Jahre war er Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Metall- und Materialphysik, die von der DGM und anderen Organisationen getragen wird, und er engagierte sich als Leiter dieser Arbeitsgemeinschaft. Äußerst erfolgreiche Symposien bei verschiedenen EUROMAT-Tagungen und der Werkstoff-Woche wurden von ihm organisiert.

Große Verdienste erwarb er sich bei der Zusammenführung verschiedener materialwissenschaftlicher Aktivitäten aus nicht weniger als 29 Verbänden in der Bundesvereinigung MatWerk. Wenige Kollegen können auf eine so abgerundete und ausgefüllte Karriere zurückblicken.

Sein Wohlwollen, seine Großzügigkeit und seine Umsicht bei der Durchführung koordinierter Projekte haben um ihn herum einen großen Kreis von nationalen und internationalen Wissenschaftlern geschaffen, die von ihm enorm profitiert haben. Seine exzellente Reputation als Wissenschaftler schafft ihm einen bedeutenden Platz in der wissenschaftlichen Gemeinschaft, und seine Persönlichkeit ist bei den Kollegen weit darüber hinaus präsent.

 

13. 03. 2019    Verleihung des Bruce Chalmers Award der The Minerals, Metals & Materials Society

 

 

Auslandsaufenthalte

 

1976             ImperialCollege of Science and Technology

University of London (U.K.)

Professor Dr. Brian Coles

 

1988             Department of Materials Science & Metallurgy

University of Cambridge (U.K.)

Professor Dr. Alain Lindsay Greer

 

1989             Division of Engineering & Applied Sciences

Harvard University, Cambridge (USA)

Professor Dr. Frans Spaepen

 

1997             Gordon McKay Laboratory

Harvard University, Cambridge (USA)

Professor Dr. Michael J. Aziz

 

 

Mitgliedschaften

 

Deutsche Physikalische Gesellschaft

 

Deutsche Gesellschaft für Materialkunde

 

European Physical Society

 

The Minerals, Metals and Materials Society

 

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